Honig im Verkauf!

Am Wochenende ist es passiert: Nachdem wir den Honig sorgfältig zwei Wochen gerührt hatten, konnten wir ihn abfüllen:

Der Honig fließt ins Glas

Wie im letzten Jahr gibt es den Honig im 250g und 500g-Glas. Und das Beste ist: Die ersten Gläser konnten wir schon am Sonntag verkaufen!

Außer dem Honig konnten wir aber noch mehr aus dem Garten holen:

Gartengemüse: Brokkoli und Bohnen

Sowohl der erste Brokkoli war reif, als auch die dicken Bohnen und die Erbsen (nicht im Bild). Scheinbar haben unsere Bienen auch bei den Hülsenfrüchten eine ordentliche Bestäubungsarbeit geleistet. Ob sich auch Bohnen- oder Erbsenpollen im Honig finden, werden wir bald erfahren, denn wir haben den Frühjahrshonig auch in diesem Jahr zur Analyse geschickt. in vier Wochen wissen wir mehr….

Bienenupdate

Es ist viel los am Bienenstand. Die Völker entwickeln sich prächtig.

Blick auf den Bienenstand Ende Juni 2020

Ende Mai konnten wir den ersten Honig schleudern. Aktuell bereiten wir die Abfüllung vor.

Acht Honigräume haben die Bienen für uns mit leckerem Honig gefüllt.
Verdeckelte Honigwabe
Honig in der Schleuder

Nachdem der Honig geschleudert ist, fließt er durch zwei Siebe und zuletzt durch ein Feinsieb mit einer Maschenweite von 300µm. Damit wird sichergestellt, dass auch feinste Wachspartikel nicht im Honig verbleiben.

Nach dem Schleudern beginnt der Honig langsam zu kristallisieren. Um das zu verhindern, wird der Honig etwa zwei Wochen lang jeden Tag gerührt. Damit zerkleinert man die Zuckerkristalle und der Honig bleibt lange cremig. So schmeckt er uns am besten.

Noch sammeln die Bienen fleissig weiter. Und in der Nachbarschaft blühen viele Linden, sodass wir uns Hoffnung machen, dass der Sommerhonig einen hohen Lindenanteil hat, da dieser Honig sehr lecker ist. Wir werden auch diesen Honig wieder zu Analyse schicken, um es genau zu wissen.

Aber das Bienenjahr geht schon leider wieder zu Ende: Die Sommersonnenwende ist vorrüber und die Tage werden wieder kürzer. Das spüren die Bienen und bereiten sich allmählich auf den Winter vor. Aktuell merkt man das daran, dass sie etwas besser auf ihren Honig aufpassen und kaum noch männliche Bienen, die Drohnen, produzieren.

Tigerdrohnen

Drohnen sind die männlichen Bienen. Sie haben nur eine Aufgabe: Sich mit einer jungen Königin zu paaren. Unmittelbar danach sterben sie. Wenn sie bis zum Herbst keine junge Königin gefunden haben, werden sie von Ihren „Schwestern“, den weiblichen Arbeiterinnen, aus dem Stock geschmissen und sterben dann ebenfalls. Denn sich selbst ernähren können sie sich nicht. Sie werden Zeit ihres Lebens von weiblichen Bienen gefüttert. Drohnen sind also reine Kostgänger. Sie sollen halt nur die Gene des Volks weitergeben. Deswegen brauchen sie auch keinen Stachel. Und sie sind deutlich größer als die weiblichen Bienen, wodurch man sie im Volk leicht finden kann. Die meisten Drohnen sind schwarz, aber einige von unseren Drohnen sind getigert:

Tigerdrohne

So ganz „normal“ können also auch unsere Bienen nicht….

Schwarm gefangen

Als wir heute von der Arbeit kamen, wurden wir schon von einem lauten Brausen im Garten empfangen. Ein Bienenvolk hatte sich dazu entschlossen, zu schwärmen. Es waren die Bienen aus Singapur. Wir hatten die in den letzten Wochen schon in Verdacht, in Schwarmstimmung zu sein, da wir mehrere Weiselzellen gefunden und gebrochen hatten. Da wir dann aber keine Stifte (=Eier) mehr gefunden haben, dachten wir, dass die alte Königin nicht mehr im Volk ist, und die Bienen sich eine neue Königin schaffen wollten.

Falsch gedacht: Die alte Königin war wohl nur auf Diät um mit einem Teil ihres Volkes zu schwärmen.

Bienen im Apfelbaum

Netterweise hat sich der Bienenschwarm dann in einem Apfelbaum in nur etwa 2,50 m Höhe gesammelt. Da kamen wir noch gut dran und haben dann versucht, unseren ersten Schwarm zu fangen.

Bienenschwarm im Baum

Wir haben den Scharm dann in einer normalen Beute gefangen und innerhalb von zwei Stunden haben sich dann alle noch umherfliegenden Bienen dort gesammelt.

Schwarm in der Kiste

Jetzt haben wir quasi in neues Volk. Mal schauen, wie es sich entwickelt…

Es wird Honig…

Zum Ende des Aprils kann man schon so viel sicher sagen: Es wird Honig geben! Alle Völker entwickeln sich gut und zum Teil ist der erste Honigraum schon voll und selbst der zweite gut gefüllt.

Der Bienenstand Ende April 2020

Aber es wird spannend, welchen Frühjahrshonig es geben wird. Denn ein Rapsfeld, haben wir bei uns in der Nachbarschaft, anders als letztes Jahr, nicht entdecken können.

Der Schwarm aus 2019 ist in seine „endgültige“ Kiste umgezogen und heißt jetzt „Helsinki“. Ausserdem haben wir noch zwei Königinnen aus dem letzten Jahr gezeichnet. Die haben einen grünen Punkt bekommen (für 2019).

Die Königinnen, die in diesem Jahr schlüpfen, werden einen blauen Punkt bekommen. Mal schauen, wie viele das werden….

Erste Durchsicht 2020

Am heutigen Sonntag (05.04.20) war warmes, sonniges Wetter. Beste Voraussetzungen für eine erste Durchsicht durch unsere sechs Bienenvölker.

Man möchte als Imker wissen, ob bei den Völkern alles in Ordnung ist. Hat die Königin den Winter überlebt? Ist noch genug Futter im Volk um Kälteperioden zu überbrücken? Gibt es irgendwelche Krankheiten im Volk? Wie stark sind die Völker? Wie sieht das Brutbild aus?

Brutwabe mit reichlich verdeckelter Brut

Anfang April soll dafür ein guter Zeitpunkt sein: Die Winterpause ist vorbei und die Bienen beginnen, ihr Volk wieder aufzubauen. Stellt sich raus: Wir waren wieder etwas spät dran. Die Bienen sind schon wieder voll dabei. In alles sechs Beuten. Überall haben wir ausreichend Futter gefunden und viel Brut. Sowohl verdeckelte, als auch offene und natürlich auch unzählige Stifte, was bedeutet, dass die Königinnen eifrig dabei sind, ihr Volk zu vergrößern. Sogar die ersten Drohnen waren schon geschlüpft.

Wie es aussieht, wenn zwei Bienen schlüpfen, kann man hier sehen:

Zwei junge Bienen kämpfen sich aus der Wabe ins Leben.

Ein Volk, MQP, war sogar schon so stark, dass wir ihnen den ersten Honigraum gegeben haben. Die anderen fünf werden wohl kurz vor Ostern so weit sein, denn das Wetter soll warm bleiben und Kirsche und Apfel fangen gerade an zu blühen. Wir haben im näheren Umkreis noch kein Rapsfeld entdeckt. Es bleibt also spannend, was unsere Bienen so alles finden werden.

Im letzten Frühjar waren im Honig hauptsächlich Raps und Vergissmeinnicht enthalten. Das wissen wir, da wir unseren Frühjahrshonig 2019 zur Analyse zur Universität Hohenheim geschickt haben. Dort haben die Wissenschaftler unseren Honig untersucht und zahlreiche Tests gemacht:

Der Frühjahrshonig 2019 war also in Ordnung. Unsere Bienen wissen also was sie tun! Und jetzt sind wir gespannt, was sie in diesem Frühjahr finden werden….

Frühjahrsputz

Noch ist nicht das Wetter, um schon eine große Durchsicht im Volk zu machen. Aber man sollte die ersten warmen Tage des Jahres nutzen, um zu schauen, ob es den Bienen bisher gut geht und ob genug Futter vorhanden ist.

Zunächst aber haben wir festgestellt, dass in allen sechs Beuten Leben ist!

Reger Betrieb in allen Anflugschneisen

Es wird auch schon fleißig gesammelt: Die Bienen kommen mit gelben Pollen zurück. Vermutlich ist es eine blühende Weide, die aktuell angeflogen wird.

Wir haben an jeder Beute den Boden gesäubert. Glücklicherweise gab es aber nur ganz wenig Totenfall und wir haben auch kein Mäuschen im Winterquartier gestört: Mäuse überwintern nämlich manchmal in Bienenbeuten: Da ist es schön warm und die Maus kann sich immer wenn sie Hunger hat eine Biene „pflücken“.

Eine Beute (Cape Town) war sehr leicht, und so haben wir etwas Futterteig aufgelegt. Hoffentlich hilfts.

Blühende Bienenweide

Wie wir beim ersten Sonnenschein feststellen konnten: Alle 6 Völker haben bis jetzt schon mal überlebt! So ganz viel haben wir also nicht verkehrt gemacht. Jetzt heißt es nur noch hoffen, dass die Bienen noch genug Futter haben, um bis zum Trachtbeginn nicht zu verhungern.

Im letzten Jahr haben die Bienen ausreichend Blüten im Umkreis gefunden, um uns eine Menge Honig zu machen. Damit sie in diesem Jahr nicht immer ganz so weit fliegen müssen, aber vor allem auch für Wildbienen und andere Insekten, möchten wir im Kobelgarten eine Bienenweise anlegen.

Dazu mußte der vorhandene Rasen zunächst entfernt werden:

Rollrasen in the making
Huhn (links), Sodenschneider (rechts), Bienen (Hintergrund)

Statt mit Schüppe und Spaten haben wir uns einen Sodenschneider geliehen: Damit waren die rd. 150 m2 ruck-zuck geschält!

Und die Rasensoden konnten dann als Teppich ins Hühnergehege gelegt werden:

Max. 4 Wochen bis Mordor…..

Die Saatmischung wird erst im April ausgesät. Bis dahin können wir noch aufwachsendes „Unkraut“ aufsammeln oder das den gefiederten Mitbewohnern überlassen….

Fanpost

Am Wochenende haben unsere Bienchen (oder wir?) unsere erste Fanpost bekommen! Danke Johanna!

Kurz vor Weihnachten haben wir bei optimalen Wetter wieder eine Oxalsäurebehandlung gemacht, damit die Bienchen gut und ohne Varroamilben durch den Winter kommen. Dabei konnten wir zu unserer Freude feststellten, dass in allen sechs Beuten noch reichlich Leben ist!

Rückblick auf das Bienenjahr 2019

Es hat sich viel ereignet bei den Bienen in diesem Jahr. Leider haben wir es nicht geschafft, hier mal ein Update zu veröffentlichen. Mal fehlte die Zeit, mal die Lust oder es war irgendwas anderes wichtiger…. Aber wir geloben Besserung! Schließlich möchten wir nicht nur über unsere Bienen und den Honig informieren, sondern dieser Blog soll auch als eine Art Tagebuch unserer Imkerei dienen.

Aber nun zur Sache: Unsere Bienen waren gut drauf in diesem Jahr, auch wenn sie sich manchmal anders verhalten haben, als wir es erwartet haben. Aber wir müssen auch noch einiges lernen.

Der Mai war schön warm, die Obstblüte reichlich und so haben unsere Bienen jede Menge Pollen sammeln können:

Blick ins Volk, Mai 2019: Bunte Pollen und eine dicke Drohne

Der erfahrene Imker weiß, dass es sein kann, dass die Bienen in Schwarmstimmung kommen, wenn zu viele Pollen eingetragen werden. Und so war es dann auch:

Blick ins Volk, Mai 2019: Schwarmzellen

Die Schwarm- oder Weiselzellen sind die kleinen „Zapfen“, die unten an der Wabe dran hängen. Dort wächst jeweils eine neue Königin heran. Wenn die erste schlüpft, haut die alte Königin mit einem guten Teil der Bienen ab und sucht sich eine neue Unterkunft. So pflanzen sich Bienenvölker fort. Dieses Verhalten ist unheimlich faszinierend, aber als Imker möchte man das eigentlich verhindern oder zumindest kontrollieren, da mit jedem Schwarm auch immer ein guter Teil des Honigertrags verlustigt geht.

Bienen auf dem Flugbrett: Mehr Flugverkehr als auf vielen Flughäfen!

Wir hatten also genug zu tun, unsere Bienen im Griff zu behalten. Ausserdem mußten wir noch die zwei Ableger pflegen und ein befreundeter Imker hatte auch noch einen Schwarm gefangen, den er uns abgegeben hat.

Nichts desto trotz haben unsere Bienen fleissig Honig gemacht und so konnten wir im Sommer rd. 70 kg besten Honig ernten:

Honigwabe, zum Teil entdeckelt
Das Kobelgold fließt…

Der Honig ist extrem lecker: Wir haben es geschafft, ihn schön cremig zu rühren. Er schmeckt fruchtig, etwas minzig, was wohl an der Linde liegen kann. Und (Stand 08.12.19) sind auch noch ein paar Gläser da! Wer in Dülmen ist, kann den Honig mittlerweile auch bei Dülmen Marketing erwerben.

Und was machen die Bienchen jetzt im Winter?

Nach der Honigernte haben wir die Bienen erstmal gegen die Varroamilbe behandelt. Das muß leider sein, da sich die europäischen Honigbienen nicht alleine gegen diesen eingeschleppten Parasiten wehren können. Dafür wird Ameisensäure im Bienenstock verdunstet. Das gefällt den Bienen vermutlich nicht ganz so gut, aber die Milbe stirbt dadurch.

Anschließend haben wir die Bienen mit Zuckerwasser gefüttert: Denn eigentlich ist der Honig der Wintervorrat. Aber in der Imkerei tauschen wir quasi Honig gegen Zuckerwasser.

Das letzte mal haben die Bienen Ende Oktober an einem warmen Tag den Stock verlassen:

Letzter Ausflug im Oktober

Jetzt kuscheln sie in ihrer Wintertraube, die Königin in der Mitte und warten auf die ersten warmen Tage im kommenden Frühling.