Bienen im Winter

Eigentlich kann der Imker die Bienen im Winter in Ruhe lassen. Das letzte mal haben wir sie im Oktober gesehen, um zu schauen, ob alle Völker ausreichend Futter eingelagert haben, damit sie den Winter gut überstehen. Denn die Bienen können im Winter natürlich nichts sammeln und müssen von ihren Vorräten leben. Damit wäre bis zu den ersten Frühlingssonnenstrahlen Ruhe am Bienenstand. Dummerweise ist es aber so, dass die Varroamilbe keine Winterpause macht. Daher muß der Imker auch einmal im Winter nach den Bienen schauen.

Imker im Winter, 12°C …..

Im Idealfall haben die Bienen im Moment keine Brut mehr. Die Königin sollte zu dieser Jahreszeit keine Eier mehr legen und die letzten jungen Bienen sollten schon im November geschlüpft sein. Die noch im Bienenvolk vorhandenen Varroamilben können sich dann nicht mehr in den Brutwaben verstecken und vermehren, sondern sitzen jeweils auf den Bienen. Ein guter Zeitpunkt, um die Milben los zu werden!

Daher werden die Bienen einmal zu dieser Jahreszeit vom Imker gestört und mit Oxalsäure beträufelt. Das ist eine milde Säure, die auch in Spinat und Rhababer vorkommt. Die Säure wird mit einer Zuckerlösung vermischt und auf die Bienen geträufelt.

Winterbehandlung im Bienenvolk

Jetzt haben die Bienen wieder Ruhe vor uns, bis es wieder Frühling wird. Es hat uns aber sehr gefreut, die Bienen noch einmal vor Weihnachten gesehen und gehört zu haben. Ausserdem konnten wir so sehen, dass noch in allen 9 Beuten ordentlich Leben ist!

Bitte laut anhören!

Was ist im Honig?

Wie auch schon im letzten Jahr, haben wir den Frühjahrshonig nach Stuttgart geschickt, um ihn dort, an der Universität Hohenheim, untersuchen zu lassen.

Dort haben sie gefunden, dass der Honig zwar größtenteils Rapspollen enthält, aber nicht rapstypisch schmeckt. Ansonsten fanden sie, dass der Honig aromatisch, blumig-mild schmeckt und eine feine, weiche Kandierung hat. Wir finden ihn auch sehr lecker!

Den vollständigen Prüfbericht gibts hier:

Wer schön sein will….

…. muß Bienenwachsalbe haben!

Die Bienen produzieren nicht nur Honig, sondern auch einige andere Sachen: Propolis, Pollen und Wachs. Zum Teil kann man das auch sammeln und weiter verwenden. Besonders das Wachs ist interessant: Man kann es den Bienen als Mittelwände zurückgeben, Kerzen ziehen oder, wenn es besonders rein ist, für Kosmetikprodukte verwenden.

Wir haben beim Honigschleudern das Deckelwachs gesammelt. Das ist das reinste Wachs, was im Bienenstock zu finden ist. Wir haben es gereinigt und versuchen nun, etwas sinnvolles damit zu machen. Hier der erste Versuch:

Bienenwachssalbe Nr. 1

Die Salbe ist eine Mischung aus Bienenwachs, Sheabutter und Olivenöl. Sie ist fest, fast geruchsneutral und eignet sich für rissige Haut, spröde Lippen und trockene Hautstellen. Wir verschenken die Salbe, um mal ein paar Meinungen dazu einzuholen. Wenn Du auch eine Probe haben möchtest, schreib uns einfach eine Email!

Sommerhonig

Mitten im Sommer, wenn es eigentlich am schönsten sein sollte, bereiten sich die Bienen schon wieder auf den Winter vor. Die Bienen richten sich dabei wohl nach der Tageslänge, die ab der Sommersonnenwende abnimmt. Das ist auch das Signal für den Imker, die Entwicklung genauer zu beobachten: In diesem Jahr hat die Linde vermutlich gut geblüht und auch reichlich Nektar produziert, den die Bienen sammeln konnten. Die zweite Juliwoche war dann aber schon wieder kühler und verregnet, so dass die Bienen nicht viele Möglichkeiten hatten, Nektar zu sammeln. Und so haben sie schon wieder einen kleinen Teil ihres Vorrats verbraucht. Zeit für den Imker, den Bienen einen Teil ihres Vorrats zu nehmen und Honig zu schleudern.

Bienenstand vor der Honigernte

So konnten wir rund 70 kg Sommerhonig schleudern. Er ist recht dunkel: Vielleicht haben die Bienen auch etwas Honigtau sammeln können. Jetzt wird der Honig noch gerührt, damit er nicht hart wird und dann wird er abgefüllt.

Wer gemerkt hat, dass den Bienen jetzt der Wintervorrat fehlt, der hat aufgepasst. Zwar nehmen wir den Bienen längst nicht jedes Gramm Honig weg, sondern nur das, was in den Honigräumen eingelagert wurde und reif ist, aber jetzt blüht nicht mehr viel und die Bienen haben nicht mehr genug Möglichkeiten, ihren Wintervorrat selbst aufzufüllen. Deswegen füttern wir die Bienen vor dem Winter:

Vorbereitung der Raubtierfütterung

Jedes Bienenvolk bekommt einen Futtertrog aufgesetzt. Dieser wird mit Sirup gefüllt.

Gefüllte Futtertröge
Durch das Loch in der Mitte können die Bienen zum Futter aufsteigen.

Jetzt haben die Bienen erstmal wieder gut zu tun. Wenn die ersten 5 kg Futter vom Volk aufgenommen wurden, wird das erste Mal gegen die Varroamilbe behandelt. Das erklären wir dann hier noch einmal ganz genau.

Was macht die Bienenweide?

Anfang des Jahres haben wir ja einen Teil des Garten umgebaut und eine Bienenweide ausgesät. Und mittlerweile ist da eine Menge aufgewachsen und blüht. Die eine oder andere Biene findet da auch wohl was, aber im Wesentlichen ist da jeden Tag große Hummelparty!

Und was wächst da jetzt so?

Kronenwucherblume
Büschelschön
Kornblumen
Argentinisches Eisenkraut mit Erdhummel
Ringelblume
Kronenwucherblume
Schafgarbe
Klatschmohn
Löwenmäulchen
Goldmohn
Inkarnatklee

Darüberhinaus laufen sich zur Zeit auch noch zahlreiche Sonnenblumen warm, aber die blühen noch nicht.

Insgesamt sieht es zur Zeit so aus:

Den Bienen gefällt es! Allerdings war die letzte Woche ziemlich verregnet, so dass die Bienen einen Teil des Honigs bereits wieder selbst verbraucht haben. Wir lassen sie in der kommenden Woche noch ein bisschen sammeln, und werden dann kommenden Sonntag mal schauen, wie viel Sommerhonig noch für uns übrig ist….

Honig im Verkauf!

Am Wochenende ist es passiert: Nachdem wir den Honig sorgfältig zwei Wochen gerührt hatten, konnten wir ihn abfüllen:

Der Honig fließt ins Glas

Wie im letzten Jahr gibt es den Honig im 250g und 500g-Glas. Und das Beste ist: Die ersten Gläser konnten wir schon am Sonntag verkaufen!

Außer dem Honig konnten wir aber noch mehr aus dem Garten holen:

Gartengemüse: Brokkoli und Bohnen

Sowohl der erste Brokkoli war reif, als auch die dicken Bohnen und die Erbsen (nicht im Bild). Scheinbar haben unsere Bienen auch bei den Hülsenfrüchten eine ordentliche Bestäubungsarbeit geleistet. Ob sich auch Bohnen- oder Erbsenpollen im Honig finden, werden wir bald erfahren, denn wir haben den Frühjahrshonig auch in diesem Jahr zur Analyse geschickt. in vier Wochen wissen wir mehr….

Bienenupdate

Es ist viel los am Bienenstand. Die Völker entwickeln sich prächtig.

Blick auf den Bienenstand Ende Juni 2020

Ende Mai konnten wir den ersten Honig schleudern. Aktuell bereiten wir die Abfüllung vor.

Acht Honigräume haben die Bienen für uns mit leckerem Honig gefüllt.
Verdeckelte Honigwabe
Honig in der Schleuder

Nachdem der Honig geschleudert ist, fließt er durch zwei Siebe und zuletzt durch ein Feinsieb mit einer Maschenweite von 300µm. Damit wird sichergestellt, dass auch feinste Wachspartikel nicht im Honig verbleiben.

Nach dem Schleudern beginnt der Honig langsam zu kristallisieren. Um das zu verhindern, wird der Honig etwa zwei Wochen lang jeden Tag gerührt. Damit zerkleinert man die Zuckerkristalle und der Honig bleibt lange cremig. So schmeckt er uns am besten.

Noch sammeln die Bienen fleissig weiter. Und in der Nachbarschaft blühen viele Linden, sodass wir uns Hoffnung machen, dass der Sommerhonig einen hohen Lindenanteil hat, da dieser Honig sehr lecker ist. Wir werden auch diesen Honig wieder zu Analyse schicken, um es genau zu wissen.

Aber das Bienenjahr geht schon leider wieder zu Ende: Die Sommersonnenwende ist vorrüber und die Tage werden wieder kürzer. Das spüren die Bienen und bereiten sich allmählich auf den Winter vor. Aktuell merkt man das daran, dass sie etwas besser auf ihren Honig aufpassen und kaum noch männliche Bienen, die Drohnen, produzieren.

Tigerdrohnen

Drohnen sind die männlichen Bienen. Sie haben nur eine Aufgabe: Sich mit einer jungen Königin zu paaren. Unmittelbar danach sterben sie. Wenn sie bis zum Herbst keine junge Königin gefunden haben, werden sie von Ihren „Schwestern“, den weiblichen Arbeiterinnen, aus dem Stock geschmissen und sterben dann ebenfalls. Denn sich selbst ernähren können sie sich nicht. Sie werden Zeit ihres Lebens von weiblichen Bienen gefüttert. Drohnen sind also reine Kostgänger. Sie sollen halt nur die Gene des Volks weitergeben. Deswegen brauchen sie auch keinen Stachel. Und sie sind deutlich größer als die weiblichen Bienen, wodurch man sie im Volk leicht finden kann. Die meisten Drohnen sind schwarz, aber einige von unseren Drohnen sind getigert:

Tigerdrohne

So ganz „normal“ können also auch unsere Bienen nicht….

Schwarm gefangen

Als wir heute von der Arbeit kamen, wurden wir schon von einem lauten Brausen im Garten empfangen. Ein Bienenvolk hatte sich dazu entschlossen, zu schwärmen. Es waren die Bienen aus Singapur. Wir hatten die in den letzten Wochen schon in Verdacht, in Schwarmstimmung zu sein, da wir mehrere Weiselzellen gefunden und gebrochen hatten. Da wir dann aber keine Stifte (=Eier) mehr gefunden haben, dachten wir, dass die alte Königin nicht mehr im Volk ist, und die Bienen sich eine neue Königin schaffen wollten.

Falsch gedacht: Die alte Königin war wohl nur auf Diät um mit einem Teil ihres Volkes zu schwärmen.

Bienen im Apfelbaum

Netterweise hat sich der Bienenschwarm dann in einem Apfelbaum in nur etwa 2,50 m Höhe gesammelt. Da kamen wir noch gut dran und haben dann versucht, unseren ersten Schwarm zu fangen.

Bienenschwarm im Baum

Wir haben den Scharm dann in einer normalen Beute gefangen und innerhalb von zwei Stunden haben sich dann alle noch umherfliegenden Bienen dort gesammelt.

Schwarm in der Kiste

Jetzt haben wir quasi in neues Volk. Mal schauen, wie es sich entwickelt…

Es wird Honig…

Zum Ende des Aprils kann man schon so viel sicher sagen: Es wird Honig geben! Alle Völker entwickeln sich gut und zum Teil ist der erste Honigraum schon voll und selbst der zweite gut gefüllt.

Der Bienenstand Ende April 2020

Aber es wird spannend, welchen Frühjahrshonig es geben wird. Denn ein Rapsfeld, haben wir bei uns in der Nachbarschaft, anders als letztes Jahr, nicht entdecken können.

Der Schwarm aus 2019 ist in seine „endgültige“ Kiste umgezogen und heißt jetzt „Helsinki“. Ausserdem haben wir noch zwei Königinnen aus dem letzten Jahr gezeichnet. Die haben einen grünen Punkt bekommen (für 2019).

Die Königinnen, die in diesem Jahr schlüpfen, werden einen blauen Punkt bekommen. Mal schauen, wie viele das werden….